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6. October 2011

Nicht nur hungrig, sondern auch sehr durstig

Die Hungry Hearts waren DIE Entdeckung der XOXO-Reporterinnen beim L-Beach-Festival. Christina Magdalinou erinnert sich an eine betörende Nacht mit den Pin-Up Performerinnen.

The Hungry Hearts, Foto: Katja Nitsche und Andrea Preysing

The Hungry Hearts am Weißenhäuser Strand, Foto: Katja Nitsche und Andrea Preysing

Ein wenig verzerrt ist auf der nackten Wand eine Maske mit Federn zu erkennen, die sich rhythmisch vor und zurückbewegt. Nach einem etwas genaueren Blick wird schnell klar, warum: Es läuft ein Porno. Der untere Bildrand vermischt sich mit den Köpfen der Sofa-Sitzer_innen. Das Flimmern des Bildes taucht den Raum in ein unruhiges Meer von Licht. So viel sei verraten: Wir befinden uns auf dem L-BEACH-Festival #2.

Markenzeichen: Farbe!

Am Tisch sitzen The Hungry Hearts, unsere Entdeckung des Tages beziehungsweise des Konzerts der letzten Nacht. Die fünf Norwegerinnen schmücken äußerst ansehnliche und vor allem farbenfrohe Kleider. Ein Markenzeichen. Tonje trägt Türkis, dazu auf­fällige Cowboystiefel. Edith und Mona in Vintage-Blau, Line strahlt in sonnigem Gelb und Henriette, ja Henriette, trägt dieses wahnsinnige pinke Kleid mit weißen Punkten. Und das trägt sie nicht nur, sie lebt es.

Wie auch immer es dazu gekommen ist, wir sind vor Ort, um eine Dokumentation über die zweite Ausgabe des Festivals zu drehen. Groß ist es. Über 4.000 Frauen haben sich an diesem Wochenende am Weißenhäuser Strand eingefunden, um Party zu ­machen und Musik zu zelebrieren. Damit ist L-BEACH jetzt schon das größte Festival seiner Art in Europa. Und wir sind mittendrin, um herauszufinden, was da verdammt nochmal vor sich geht.

Kunst, die nahtlos ins Nachtleben überfließt

Es geht einiges, besonders in Begleitung der Hungry Hearts. Die Damen sind in Party-Stimmung. In Windeseile erscheint eine Flasche Chivas Regal aus Tonjes Handtasche. So schnell, wie sie auf dem Tisch steht, ist auch der Inhalt verschwunden. Weiter geht’s ins Getümmel der Nacht. An einen der vielen verschiedenen Orte, die in pulsierende Bässe getaucht sind. Es wird getanzt. Und wie. Das Pünktchenkleid wirbelt über die Tanzfläche, so schnell kommen unsere Augen kaum mit. Man könnte sagen, die ein oder andere Situation führt dazu, dass unsere Unterkiefer recht weit herunter­geklappt sind. An dieser Stelle hüllen wir uns in ­vornehmes Schweigen.

Sicher ist – nicht nur auf der Bühne wissen The Hungry Hearts mit ihren multiplen Identitäten zu überzeugen. Sie können Kunst, die nahtlos ins Nachtleben überfließt und einen Charme versprüht, der in dieser Art und Weise seinesgleichen sucht.

Der Morgen danach. Vor dem Hotel treffen wir auf die abfahrbereit im Wagen sitzenden Damen. Henriette wagt ein weiteres Mal ihren bezaubernden Augenaufschlag. Fast ein wenig schüchtern sagt sie: »Als ich heute morgen aufgewacht bin, habe ich Geld in meinem BH gefunden. Habt ihr eine Ahnung, was genau passiert ist?« Trotz einiger Erinnerungslücken ist klar – wir waren es nicht …

The Hungry Hearts sind: Tonje Gjevjon, Line Halvorsen, Edith Roth Gjevjon, Ingeborg Kolle, Mona Krager, Henriette Høyskel. Backup-Team: Nina Bergström, Ellen Frøysaa, Mona Klubben.

Ein Interview mit den Hungry Hearts findet sich in der achten Ausgabe von Hugs and Kisses.

The smile of an angel from The Hungry Hearts on Vimeo.

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